Neues aus der Nachbarschaft:

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Neues aus der Nachbarschaft:

Nachdem die Bauzeichen GmbH leider nicht geantwortet oder den Projektnamen geändert hat, veröffentlichen wir hier den Brief an sie und hoffen auf eine Stellungnahme!

Hallo Bauzeichen GmbH,

dein „Anliegen ist es, die Tradition des Schönes [sic] Bauens in Leipzig fortzusetzen“ (http://bauzeichen.com/firma/). Mit deinem Projekt „Wohndomizil Drei Mohren“ (http://bauzeichen.com/) stellst du dich jedoch in eine Tradition, die mehr als schönes Bauen umfasst. Leipzig hat eine lange Geschichte als Ort, an dem Menschen unter Bezug auf ihre Herkunft oder Hautfarbe bis zu ihrer Entmenschlichung ausgegrenzt und getötet wurden. Während der schön gebaute Clara-Zetkin-Park 1897 zum Zweck einer Kolonialschau errichtet wurde und die letzte Völkerschau 1931 im Leipziger Zoo stattfand (vgl.http://www.leipzig-postkolonial.de/htmls/02_thms/02_11-zoo.html), ist die Herabwürdigung nicht-weißer Menschen weiterhin Alltag. Unter deutscher Flagge, aus rassistischer Motivation, wurde 2010 in der Leipziger Innenstadt Kamal K. umgebracht (http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/BGH-entscheidet-Urteil-wegen-Mordes-an-Iraker-Kamal-K.-in-Leipzig-ist-rechtskraeftig) und 2015 brannte in Stötteritz eine Geflüchtetenunterkunft (http://www.lvz.de/Specials/Themenspecials/Fluechtlinge-in-Leipzig/Brandanschlag-auf-Leipziger-Fluechtlingsunterkunft). An dieser Stelle könnten weitere Vorkommnisse genannt werden, die zeigen, dass in unserer Gesellschaft ein Denken allgegenwärtig ist, das Menschen in „Mohren“ und „Weiße“ einteilt, das rassistisch ist. Um dieses Denken nicht zu unterstützen, sollten seine Begriffe nicht positiv besetzt, vor allem nicht verharmlost werden.

Wir fordern deshalb, dass das Wohndomizil, trotz und wegen der Geschichte seines bisherigen Namens, umbenannt wird und sich mit der Vergangenheit und der Gegenwart des Begriffs auseinandergesetzt wird!

MfG die Wu

P.S.: Wir sind gespannt darauf, wie eure Lofts und Loggias „eine faire, finanzierbare Möglichkeit“ zum Wohnen bieten werden und freuen uns auf neue Nachbar*innen.

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